(«Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von
Uster», 30.7.2005)

Walti Dux wird den Thalwilern am 1. August ein «Waltigramm»
zum Thema Sparen singen.
Wo die 1.-August-Rede gesungen wird
Thalwil kommt durch den Ustermer «Comedy-Singer»
Walti Dux zu einer Bundesfeier mit besonderem Einschlag
bk. Die Gäste seiner Acoustic-Reihe stellt
der Ustermer Walti Dux jeweils originell mit «Waltigrammen»
vor. Seit drei Jahren kann man solche witzig gereimten Verse zu Hitparaden-Songs
auch für andere Anlässe buchen. Thalwil hat den Primarlehrer
nun sogar für ein «Waltigramm» als 1.-August-Rede verpflichtet.
Beruflich ist Walti Dux Primarlehrer - vormals im Schulhaus
Niederuster, seit zwei Jahren im Schulhaus Dorf. Ab 1994 trat er daneben
jedoch regelmässig auch als Liedermacher auf. Der - Zitat - «Spätberufene»
musste freilich bald einmal einsehen, «dass es im Kanton Zürich
keinen Markt für Liedermacher gibt», eine für ihn «schmerzhafte»
Einsicht. Statt darüber zu klagen, orientierte sich Dux jedoch ganz
einfach um, ist seither als «Comedy-Singer», wie er sich nennt,
im musikalischen Humorbereich tätig.
Seit 1999 gibt Walti Dux darüber hinaus zusammen
mit seiner Frau Marisa im Rahmen der von ihnen beiden organisierten Reihe
Acoustic Bands aus der Region - und manchmal auch von weiter her - Gelegenheit
zu Auftritten. Dabei stellt Dux die auftretenden Künstler jeweils
mit einem «Waltigramm» vor. Das sind humoristische Verse in
gereimter Form, gesungen zur Melodie eines gerade aktuellen Hitparadensongs,
begleitet auf der Gitarre. Ein weiteres Merkmal: «<Waltigramme>
sind immer genau eine Minute lang», so Dux.
Von einer Bildervernissage zu Firmenfesten und Geburtstagen
An diesen «Waltigrammen» haben die Bands «immer
Riesenfreude», wie Dux gesehen hat. Die Mutter eines auftretenden
Musikers war sogar so sehr davon angetan, dass sie den kreativen Organisator
bat, auch an der Vernissage einer Bilderausstellung von ihr ein solches
Musikstück zum Besten zu geben. Dux sagte zu und hatte Erfolg: «Das
war ein Riesenknaller!» Statt einer Minute dauerte dieses «Waltigramm»
dann eine volle Viertelstunde.
Vom Erfolg der «Waltigramme» auch in den bildenden
Künsten beflügelt, erarbeitete Dux in der Folge ein Konzept
für «Waltigramme» auch ausserhalb der Acoustic-Abende.
Diese bot er über verschiedene Künstleragenturen - «würde
ich mir einen eignen Manager leisten, müsste ich mich beruflich umorientieren»
- an. «Relativ schnell kamen dann Anfragen von Firmen», erinnert
sich Dux. So tritt der Ustermer seit 2002 auch an Firmenanlässen
mit «Waltigrammen» auf, unter anderem auch schon mal beim
grossen Winterthurer Textilunternehmen Rieter.
Meistens soll er den Abgang eines Kadermitgliedes auf
witzige Weise musikalisch kommentieren. Um das jeweilige «Opfer»
kennen zu lernen, lässt sich Dux vom Betreffenden bis spätestens
einen Monat vor dem Anlass mehrere Fragebögen ausfüllen. «Denn
theoretisch kann man sich auch in die Nesseln setzen. Und dann ist es
peinlich statt lustig.» Der Anspruch des Künstlers an seine
Werke ist es, dass diese «persönlich und einmalig sind, wie
ein gutes Essen».
Neben Firmenfesten hat Dux auch schon an Geburtstagsfeiern
für musikalisch-heitere Erbauung gesorgt. Dies allerdings eher selten,
denn «Waltigram- me» haben ihren Preis. Sie lassen sich aber
auch nicht aus dem Ärmel schütteln, wie ihr Schöpfer betont,
sondern erfordern «Stunden an Vorbereitung».
«Doch ich mache es ja gerne. Das ist mein Hobby.»
Es sei auch nicht so, dass er nach Auftritten müde sei: «Im
Gegenteil: Diese Auftritte lüften mir das Gehirn durch. Wenn es für
mich ein Stress wäre, würde ich es gar nicht machen.»
Ausserdem lerne man dadurch immer wieder neue Leute kennen. «Und
es befruchtet auch das Schulegeben wahnsinnig», versichert der Lehrer.
Anders als früher würden kreative Nebentätigkeiten des
Lehrkörpers von der Primarschulpflege heute auch geschätzt,
sagt Walti Dux.
«Mini-Sechseläuten» im Aargau als Dorffest-Feuertaufe
Durch eine Künstleragentur wurde dem Ustermer eines
Tages auch ein erster Auftritt an einem Dorffest vermittelt, nämlich
am «Brötli-Examen» im aargauischen Birr, bei dem es sich
ume «eine Art Mini-Sechseläuten» handle. Und auch dabei
war Dux Erfolg beschieden: «Im Bericht der Lokalzeitung hiess es,
dies sei die erste Rede gewesen, bei der das Publikum eine Zugabe verlangt
habe», erzählt Walti Dux mit sichtlichem Stolz.
Damit war die Feuertaufe bestanden und das Terrain geebnet
auch für Grossanlässe. Allerdings macht Dux klar: «Wäre
ich in Birr nicht angekommen, hätte ich die 1.-August-Rede in Thalwil
nicht angenommen.» Der Auftritt an der Bundesfeier der Stadtgemeinde
an der «Pfnüselküste» ist sicher der Höhepunkt
seines bisherigen Schaffens. Dauern wird dieses «Waltigramm»
dann rund 20 Minuten.
Sparen als Thema
Auch der Auftritt in Thalwil ist durch Vermittlung einer
Agentur zu Stande gekommen. Das Organisationskomitee der Thalwiler Bundesfeier
hatte nach einer Alternative zur üblichen Heimat-Rede gesucht. Innovativ
und mutig, was die Thalwiler da wagen, umso mehr, als sie den Ustermer
gar nicht persönlich kannten. Das hat sich erst mit der Vorbereitung,
die es natürlich auch hier gab, geändert.
Das OK hat für das «Waltigramm» ein Thema
vorgegeben, und zwar das Sparen. Dazu sollte sich Dux primär allgemein
bezüglich der Schweiz und in zweiter Linie speziell auf Thalwil gemünzt
witzige Gedanken machen. Falls er auch einmal an seinem Wohnort als 1.-August-Redner
verpflichtet würde, müsste Dux auf alle Fälle nicht einmal
das Thema ändern ... Gebucht werden kann er über seine Homepage
www.waltidux.ch.
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